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Strafe muss sein?

Gelegentlich bekomme ich zu hören, dass ich das eine oder andere meinen Katzen nicht "durchgehen lassen" dürfe und ich ihnen mal so "richtig zeigen müsse, wo es lang geht". Ein "kleiner Klaps" habe noch nie geschadet, heißt es dann ...

Derartige Vorschläge sind natürlich völlig indiskutabel; sie machen mich sogar richtig wütend! Nie, aber auch wirklich nie, darf man eine Katze schlagen oder ihr in irgendeiner anderen Form vorsetzlich Schmerz zufügen!!

Eine Katze ist nicht in der Lage, den Zusammenhang zwischen einer "Missetat" und einem ihr zugefügten Schmerz zu erkennen; für sie ist es einfach nur ein völlig unverständliches, traumatisierendes Erlebnis, dass das Verhältnis Katze/Mensch irreparabel schädigt. Ebenso verhält es sich mit der leider noch immer sehr populären Methode, eine unsauber gewordene Katze mit ihrer Nase in die Bescherung zu stupsen. Zu diesem Thema und der richtigen Vorgehensweise in einem solchen Fall habe ich mich schon unter Unsauberkeit - nur Trotz? bereits ausführlich geäußert.

Wenn Sie also unter "Erziehung" körperliche Züchtigung oder ähnliches verstehen, kann ich Ihnen nur dringend davon abraten bzw. muss sogar in aller Deutlichkeit betonen, dass derartige Methoden in den Bereich der Tierquälerei fallen!!


Aber wie erzieht man dann eine Katze?

Viele Leute sind der Ansicht, man könne Katzen sowieso nicht "erziehen"; sie hätten ihren eigenen Kopf und täten nur, was sie wollen. Dies ist allerdings nur begrenzt der Fall. Sicherlich kann man in diesem Punkt Katzen nicht mit Hunden vergleichen: Das Rudeltier Hund braucht ein ranghöheres "Leittier" (in diesem Fall den Menschen), dem es folgt und nach dessen Vorgaben es sich richtet. Bei Katzen verhält sich das ein wenig anders. Unsere felinen Hausgenossen müssen davon überzeugt werden, dass ein bestimmtes Verhalten für sie Vorteile bringt. Da sie keine Rudeltiere sind und sie sich deswegen nicht unterordnen, müssen sie dazu ermutigt werden, bestimmte Regeln freiwillig einzuhalten. Mit autoritären Erziehungsmethoden werden Sie bei Katzen nicht weit kommen!


Lernen durch Motivation und Ermutigung

Zunächst einmal muss man sich klar machen, dass viele sogenannte "unerwünschte Verhaltensweisen" eigentlich aus ganz normalem kätzischen Verhalten resultieren, zum Beispiel das Kratzen an Möbelstücken und Tapeten. Selbstverständlich sollte der Katze als Alternative ein Kratzbaum zur Verfügung stehen, und ertappt man die Katze beim Kratzen an anderen Flächen, so nimmt man sie dort fort, trägt sie zum Kratzbaum und ermutigt sie, an den Sisalsäulen zu kratzen. Tut sie dies, kann man eine kleine Belohnung füttern - als Bestätigung, dass sie etwas richtig gemacht hat. Vor allem während der ersten Lebensmonate lernen Katzen sehr schnell und leicht und man sollte sich diese Zeit zunutze machen, dem Kitten möglichgst viele Anreize zu bieten und auch Dinge zu trainieren, die im späteren Katzenleben von Nutzen sein können: Tierarztbesuch, Tablettengabe, Kämmen, oder sogar Zähneputzen. Aber auch ältere Katzen können noch neues lernen, es dauert vielleicht nur etwas länger.

Kleine Leckereien können also durchaus als Belohnung für "richtiges Verhalten" eingesetzt werden (positive Verstärkung). Ebenso verhält es sich mit Lob, Streicheln oder Spielsessions. Niemals sollte man allerdings den Fehler machen, eine Katze, die gerade etwas "unerwünschtes" tut (zum Beispiel Um-Aufmerksamkeit-heischendes Kratzen an der Tür), mit einem Leckerli oder einem Spiel abzulenken! Die Katze wird schlussfolgern, dass eben dieses Verhalten zu einem positiven Resultat führt und wird es bei nächster Gelegenheit wieder tun!


Anschreien und Schimpfen

Ich gebe zu, dass einem in manchen Situationen schon mal der Kragen platzen kann und dass man sich der Katze gegenüber dann im Ton vergreift, aber grundsätzlich sollte man sich bemühen, ohne Schreien auszukommen. Dies würde die Katze nur erschrecken; Tiere, die viel angeschrien werden, entwickeln Verhaltensstörungen und Ängste.

Ganz ohne Schimpfen geht es nun aber auch nicht. Es sollte aber reichen, wenn man sich für diese Momente einen etwas schärferen Tonfall angewöhnt, als man ihn normalerweise der Katze gegenüber anschlägt. Auch sollten hierbei immer wieder die gleichen Worte verwendet werden, beispielsweise ein nachdrückliches "nein, nein!". Katzen haben eine erstaunliche Fähigkeit, sich Worte zu merken und ihnen einen bestimmte Bedeutung zuzuordnen. Diese Fähigkeit kann man sich bei der Katzenerziehung zunutze machen. Im übrigen sollte man davon absehen, beim "Schimpfen" den Namen der Katze zu verwenden. Dieser sollte für die schönen Momente reserviert sein ...


Der böse, böse Wasserstrahl ...

Wenn eine Katze hartnäckig an bestimmten Verhaltensweisen festhält und oben genannte Methoden fehlschlagen, kann man zu einer etwas drastischeren Maßnahme greifen: Wird zum x-ten Mal die Küchentheke erklommen, um festzustellen, ob sich dort vielleicht irgendwas leckeres befindet, kann ein gezielter Strahl aus einer Wasserpistole (nur nicht in die Augen zielen!!) Wunder wirken und bei mehrfacher Wiederholung dafür sorgen, dass der Katze die Lust auf dieses Abenteuer vergeht. Idealerweise sollte dieser Strahl so "abgefeuert" werden, dass die Katze nicht mitbekommt, dass "diese Gemeinheit" vom Menschen ausgeht. Früher oder später wird die Katze lernen, dass dieses bestimmte Verhalten eine unangenehme Reaktion auslöst.


"Kätzische" Erziehungsmethoden

Vor allem für die Erziehung von Kitten habe ich in den vergangenen Jahren eine etwas unorthodoxe Methode entwickelt; genauer gesagt, ich habe mir ein wenig von den Erziehungsmethoden der Mutterkatzen abgeschaut: Mit Knurren, Fauchen und kleinen "Nasenstübern" (ein ganz, ganz vorsichtig dosierter Hieb mit dem Finger) kann man ein über die Stränge schlagendes Kätzchen wieder zur Vernunft bringen. Wenn sich das Katzenkind zum Beispiel im übermütigen Spiel in der Hand festbeißt, zeigt ihm ein tiefes Grollen, dass es hier zu weit geht. Genauso würde es eine Katzenmutter auch machen, wenn das Kleine zu wild spielt.

Lassen Sie es sich gesagt sein; man kommt sich bei den ersten Knurr- und Fauchversuchen wahnsinnig dämlich vor, aber die sich schnell einstellenden Erfolge haben mir gezeigt, dass es eine recht wirkungsvolle Erziehungsmethode für junge Katzen ist.


Wenn alle Versuche fehlschlagen ...

Ja, das kommt durchaus vor! Sie haben nun mal doch ihren eigenen Kopf ... Das Zusammenleben mit Katzen bedeutet eben auch immer ein gewisses Maß an Kompromissbereitschaft, und so muss man manchmal einfach nachgeben! Wenn die Katze wieder und wieder die Blumenerde mit wachsender Begeisterung aus den Töpfen schaufelt, sollte man sich überlegen, ob man diesem Spuk nicht ein Ende setzt, indem man die Erde mit Steinchen bedeckt. Oder ob man den Trockenblumenstrauß, der von der Katze mit Vorliebe zerpflückt wird, nicht lieber für eine Weile wegräumt. Viele "Unarten" treten auch immer nur phasenweise auf, nach einer Weile verliert die Katze das Interesse daran. Am "anstrengendsten" ist in der Regel sowieso immer das erste Jahr, denn in dieser Zeit ist die gesamte Umgebung für die Jungkatze ein einziger, großer Spielplatz. Später wird sie dann meist etwas ruhiger, und dann hat auch die Wohnungseinrichtung wieder weniger zu leiden.

Insgesamt muss ich sagen, dass man sich im Großen und Ganzen sehr gut mit Katzen arrangieren kann - und zwar ohne drastische Strafen!