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Menschlich/kätzische Kommunikation

Wer eng mit seinen Katzen zusammenlebt, wird feststellen, dass sich im Laufe der Zeit eine ganz individuelle Art der Kommunikation zwischen Mensch und Tier entwickelt, und zwar von beiden Seiten aus. Stellen Sie sich vor, Sie würden mit einem Menschen zusammenleben, dessen Sprache Sie nicht sprechen. Um ein gewisses Maß an Verständigung aufzubauen, werden Sie verstärkt auf Mimik, Gesten und Tonlage achten, und mit der Zeit werden Sie auch bestimmte Worte aus dem jeweiligen Zusammenhang heraus interpretieren können, auch wenn Sie der Sprache des anderen nicht mächtig sind.

So in etwa muss man sich auch die Kommunikation zwischen Mensch und Katze vorstellen. Katzen haben dies schon vor langer Zeit verstanden, indem sie das Miauen als probates Mittel erkannten, des Menschen Aufmerksamkeit zu erregen. Erwachsene Katzen untereinander verständigen sich mehr durch Körpersprache oder subtilere Laute, aber Tiere, die mit Menschen aufgewachsen sind, haben gelernt, dass man mit kräftigen Lautäußerungen am weitesten kommt. Ganz gleich, ob es um ein begehrtes Leckerli geht oder um ein paar Streicheleinheiten - ein lautes, klagendes "Miau" führt fast immer zum gewünschten Erfolg! Je eher eine Katze diese Erfahrungen macht, desto häufiger wird sie dieses Mittel auch einsetzen - und Mensch lernt mit der Zeit, die verschiedenen kätzischen Ausdrucksweisen zu interpretieren und ihnen die richtige Bedeutung beizumessen.


Was Katzen alles verstehen können ...

Auf der anderen Seite erstaunt es mich immer wieder zu sehen, wie weit auch Katzen in der Lage sind, die menschliche Sprache zu verstehen und bestimmte Wörter oder einfache Sätze zu deuten. Sicherlich ist es hierbei für die Katze hilfreich, in den gleichen Situationen auch immer die gleichen Worte, möglichst im gleichen Tonfall, zu benutzen, etwa bei der Fütterung oder beim Spielen. Das Gedächtnis der Katze reicht hierbei im übrigen sehr weit zurück, wie ich einst feststellen durfte, als ich meiner Luna gegenüber den Namen eines Spiels erwähnte, das wir seit mindestens einem Jahr nicht mehr gespielt hatten, weil das Spielzeug kaputtgegangen war. Aber bei der Nennung des Names dieses Spielzeuges reagierte sie genauso aufgeregt und erfreut, wie sie es immer tat, wenn eine Spielstunde mit eben diesem Teil anstand.

Übrigens sind Katzen auch in der Lage, die erlernten menschlichen "Vokabeln" ohne den entsprechenden Zusammenhang zu erkennen. Ich hatte mal eine Katze, die aufgeregt angelaufen kam, als ich eine Freundin, die gerade zu Besuch war, fragte, ob sie etwas "essen" wolle. Der Begriff "essen" wurde von der Katze unverzüglich erkannt und richtig eingeordnet, und so lief sie hungrig und in freudiger Erwartung in die Küche zu ihrem Napf ...

Meiner Ansicht nach kann es sehr hilfreich sein, wenn sich der Mensch zur besseren Verständigung auch Elemente des kätzischen Sprachschatzes oder der kätzischen Körpersprache aneignet. Dies heißt jetzt nicht, dass man nun in den verschiedensten Klangnuancen herummaunzen soll, obwohl das sicher auch mal ein sehr interessantes Experiment wäre! ;-) Aber gerade bei Kitten habe ich schon häufiger die Erfahrung gemacht, dass Knurren und Fauchen, oder auch mal ein sanfter Nasenstüber, ein etwas zu wild agierendes Kätzchen wieder zur Einsicht bringen kann. Nicht viel anders macht es nämlich auch die Katzenmutter, wenn ihr die Kleinen zu sehr auf dem Kopf rumtanzen (siehe auch Strafe muss sein?)!


Wie man einander begegnet ....

Auch vom kätzischen Begrüßungsritual kann sich Mensch einiges abschauen. Zwei Katzen, die sich begegnen, beschnuppern sich erst mal Nase and Nase - als Mensch kann man ihr alternativ zur eigenen Nase die ausgestreckte Hand hinhalten, damit die Katze so den ersten Kontakt aufnehmen kann. Vor allem bei Katzen, die man noch nicht so gut kennt, empfiehlt es sich, sich dabei auch hinzuhocken, um nicht so groß und bedrohlich zu wirken.

Völlig falsch wäre es dagegen, sich der Katze stürmisch zu nähern und ihr unaufgefordert über den Kopf oder den Rücken zu streicheln - ein unverzeihlicher Faux-pas in der Katzenwelt! Katzen schätzen es nicht, wenn man sich ihnen aufdringlich nähert oder sie unverhohlen anstarrt, dies wird als äußerst lästig und im schlimmsten Fall als bedrohlich empfunden. Allerdings, was das Anstarren betrifft ... Wenn man bereits ein gutes und vertrauenvolles Verhältnis zu seinen Katzen aufgebaut hat, scheinen die Katzen ihren Menschen das Anstarren nicht mehr übel zu nehmen. Sie haben offenbar gelernt, dass von "ihrem" Menschen nichts bedrohliches ausgeht, und so tolerieren sie es, von ihm angeschaut zu werden.

Richtig gut kommt es bei den meisten Katzen an, wenn man ihnen zublinzelt, anstatt ihnen nur starr in die Augen zu sehen. Blinzeln drückt in der Katzensprache freundliche Stimmung aus, einige behaupten sogar, es sei eine Form des kätzischen Anlächelns. Wie dem auch sei, viele Katzen reagieren positiv auf diese Art des Blickkontakts; sie blinzeln zurück, oder kommen sogar erfeut auf ihren Menschen zu und erwarten ein paar Streicheleinheiten ... Probieren Sie es ruhig mal aus!

Ich denke, dass in Punkto Kommunikation zwischen Katze und Mensch noch sehr viel gelernt werden kann. Es ist ein Prozess, der viel Einfühlungsvermögen, Beobachtungsgabe und gegenseitiges Verständnis erfordert, aber ich glaube, dass sich das Verhältnis zwischen Mensch und Katze auf diese Weise noch sehr viel weiter verbessern und intensivieren läßt.