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Muss ich meine Katze impfen lassen?

Diese Frage lässt sich ohne Zögern beantworten: Ja, auf jeden Fall! Durch regelmäßiges Impfen schützen Sie nicht nur das Leben Ihrer eigenen Katze, sondern schützen auch andere Katzen, die mit Ihrer Samtpfote möglicherweise in Kontakt kommen. Selbst Katzen, die ausschließlich in der Wohnung gehalten werden, sollten gegen einige Viruserkrankungen geimpft werden, da die entsprechenden Viren an den Schuhen und der Kleidung von uns mit in die Wohnung gebracht werden können und die Katze sich dort anstecken kann.

Leider herrscht bei vielen eine gewisse Impfmüdigkeit, und die Tiere werden gar nicht oder nur unregelmäßig geimpft. Man hört es immer wieder: "zu teuer, ist eh nur Abzocke von den Tierärzten und der Pharmaindustie, kann ich meiner Katze ersparen, der passiert schon nichts, die ist gesund" ... ein fataler Leichtsinn, der Ihrer und auch anderen Katzen das Leben kosten kann!

Machen Sie sich bitte klar, dass in einer gut durchgeimpften Katzenpopulation Viruserkrankungen eine viel geringere Chance haben, sich auszubreiten. Denken Sie zum Beispiel an Pocken oder Masern: Die früher für den Menschen oft lebensbedrohlichen Erkrankungen waren lange Zeit in den Industrienationen weitgehend eingedämmt, da regelmäßig und flächendeckend geimpft wurde. Seit man jedoch mit den Impfungen nachlässiger wurde, treten diese Erkrankungen wieder vermehrt auf. Hieran sieht man, wie wichtig es ist, dass ein gewisser Prozentsatz der Bevölkerung einen intakten Impfschutz hat. Bei den Katzen verhält es sich nicht anders. Viruserkrankungen sind bei Katzen die häufigste krankheitsbedingte Todesursache.

Deswegen: Lassen Sie Ihre Katze impfen, regelmäßig und von Anfang an! Bei den meisten Impfstoffen erfolgt die Grundimmunisierung im Alter von 8 Wochen, eine zweite im Alter von 12 Wochen, und dann noch einmal 12 Monate später. Ausnahme ist der Impfstoff gegen Tollwut; dieser darf erst mit 12 Wochen zum ersten Mal verabreicht werden. Von den Lebensumständen ihrer Katze hängt es ab, welche Impfungen auch nach der Grundimmunisierung weiter fortgesetzt werden sollten.

Übersicht über die häufigsten und gefährlichsten Viruserkrankungen bei Katzen:


Katzenschnupfen Katzenseuche Leukose
Tollwut FIP FIV


Katzenschnupfen

Hierbei handelt es sich um einen fiebrigen Katarrh der oberen Luftwege, der durch Caliciviren, Herpesviren oder Chlamydien verursacht werden kann. Es kommt zu tränenen Augen und verstopfter Nase, unbehandelt folgen eitriger Ausfluss und blutige Geschwüre in Nase und Mund. Dieser Zustand kann lebensbedrohlich werden, da die Katze durch den eingeschränkten Geruchssinn ihr Futter nicht mehr riechen kann und die Nahrungsaufnahme einstellt.

Gegen Katzenschnupfen sollte jede Katze geimpft werden, auch solche, die in der Wohnung leben, denn das Calici-Virus wird nicht nur direkt von Katze zu Katze übertragen, sondern kann auch an der Kleidung mit in die Wohnung gebracht werden. Die Grundimmunisierung sollte mit 8 bzw. 12 Wochen erfolgen, danach wird einmal jährlich geimpft (bei reinen Wohnungskatzen ohne Kontakt zu anderen Katzen ist es nach neueren Erkenntnissen ausreichend, nach der Grundimmunisierung alle drei Jahre zu impfen).


Katzenseuche (Panleukopenie):

Hier verhält es sich ebenso wie beim Katzenschnupfen: Der Erreger kann über den Menschen in die Wohnung gelangen und die Katze infizieren, also sollte jede Katze auf jeden Fall geimpft werden! Es gibt einen kombinierten Impfstoff gegen Katzenschnupfen und -seuche, der häufig Verwendung findet.

Hervorgerufen wird die Katzenseuche durch das Parvovirus. Dieses Virus ist äußert resistent gegenüber Desinfektionsmitteln und kann unter Umständen bis zu einem Jahr außerhalb des Wirtstiers überleben. Tierheime haben häufig mit regelrechten Epidemien zu kämpfen, denn hat man diesen Erreger erst mal in den eigenen vier Wänden, wird man ihn nur schwer wieder los. Von daher ist eine regelmäßige Impfung (Freigänger jährlich, Wohnungskatzen ohne Kontakt zu anderen Katzen alle drei Jahre) unumgänglich.

Die Katzenseuche verläuft häufig tödlich, vor allem bei Jungkatzen. Das Tier leidet zunächst unter Appetitmangel und ist lethargisch, dann kommt schnell hohes Fieber hinzu, und es kommt zu Erbrechen und schweren Durchfällen. Im Extremfall erfolgt der Tod bereits nach wenigen Stunden. Deswegen sollte bei den ersten Anzeichen umgehend der Tierarzt aufgesucht werden.

Überlebende Tiere werden häufig zu Dauerausscheidern. Das bedeutet, sie scheiden das Virus noch einige Zeit lang mit dem Kot aus und gefährden so ungeimpfte Tiere. Kätzinnen, die während der Trächtigkeit mit dem Virus Kontakt hatten (auch über den Impfstoff, trächtige und auch säugende Tiere dürfen demnach nicht geimpft werden!), bringen häufig Kitten zur Welt, die an zerebellärer Ataxie leiden, einer Bewegungsstörung, die durch eine Schädigung des Zentralen Nervensystems ausgelöst wird.


Leukose

Bei der Leukose handelt es sich um eine bei Katzen weit verbreitete Viruserkrankung; es heißt, dass beinahe jeder 6. Todesfall bei Katzen auf eine Infektion mit dem Katzenleukämievirus (FeLV), ein Retrovirus, zurückzuführen ist. Und Schätzungen zufolge kommen 75% aller Katzen mindestens einmal in ihrem Leben in Kontakt mit dem Virus.

Das heimtückische an dieser Erkrankung ist, dass eine Katze jahrelang das Virus in sich tragen kann, bevor es zum Ausbruch kommt. Die Katze mag in dieser Zeit völlig gesund erscheinen oder lediglich durch ein geschwächtes Immunsystem auffallen. Kommt es zum Ausbruch, endet der Verlauf auf jeden Fall tödlich.

Die Diagnose ist nicht immer einfach zu stellen. Die Katze wird lethargisch, bekommt Fieber und fällt durch blasse Schleimhäute auf. Zahnfleischentzündungen und Hautekzeme können auftreten. Es kann zu Tumorwachstum in Brust- und Bauchhöhle kommen. Auch zieht die Leukose durch das geschwächte Immunsystem häufig noch weitere Erkrankungen nach sich, wie zum Beispiel FIP.

Die Impfung gegen Leukose ist seit einiger Zeit umstritten, da es im Zusammenhang mit dem Impfstoff zu Todesfällen durch sogenannte Impfsarkome, d. h. Fibrosarkome in der Nähe der Einstichstelle, gekommen ist. Meiner Ansicht nach sollten hier - bei allen Bedenken - die Risiken gegeneinander abgewogen werden. Eine Katze, die nach draußen geht oder in irgendeiner Form Kontakt zu anderen Katzen hat (Ausstellungen, Katzenpension) sollte meiner Meinung nach gegen Leukose geimpft werden. Die Übertragung erfolgt fast ausschließlich von Katze zu Katze; außerhalb des Körpers überlebt das Virus nicht lange. Reine Wohnungskatzen sind demnach weitestgehend ungefährdet. Persönlich halte ich es allerdings dennoch für sinnvoll, auch Wohnungskatzen wenigstens zu grundimmunisieren. Ein Kitten erhält dabei seine erste Impfung im Alter von acht Wochen, vier Wochen später dann die zweite. Der Impfung sollte auf jeden Fall immer ein Leukosetest vorausgehen.

Die Impfung gegen Leukose kann ebenfalls in Kombination mit Katzenschnupfen und -seuche verabreicht werden; sie ist so wesentlich preiswerter.

Achtung: Mir ist aufgefallen, dass nicht alle Tierärzte die Leukose-Impfung standardmäßig verabreichen. Sprechen Sie Ihren Tierarzt also gezielt auf diese Impfung an bzw. kontrollieren Sie die Einträge im Impfpass Ihrer Katze!


Tollwut

Die Tollwut ist in Deutschland eine meldepflichtige Krankheit, da sie auch für den Menschen gefährlich wird. Hauptsächlich wurde sie in der Vergangenheit durch Wildtiere wie zum Beispiel Füchse übertragen, konnte dort aber seit den 1970er Jahren durch gezielte Impfköderaktionen eingedämmt werden. Seit 2008 gilt Deutschland als tollwutfrei. Dennoch ist die Gefahr nicht ganz gebannt, denn in anderen Ländern sieht das noch anders aus. Die zuletzt in Deutschland gemeldeten Tollwutfälle sind auf Hunde zurückzuführen, die aus dem Ausland eingeführt wurden; zudem gibt es noch die Fledermaustollwut. Somit ist auch jede freilaufende Katze nach wie vor potentiell gefährdet. Tollwut wird durch Bisse übertragen. Das Virus befällt das Gehirn des infizierten Tieres und führt zu Verhaltensstörungen, Aggression, Lähmungserscheinungen und Tod. Tollwut darf in Deutschland bei Tieren nicht behandelt werden, jedes verdächtige Tier wird eingeschläfert.

Wichtig: Die Gesetzgebung sieht vor, dass jedes ungeimpfte Tier, das in Verdacht steht, mit einem an Tollwut erkrankten Tier Kontakt gehabt zu haben, eingeschläfert werden muss! Von daher ist es äußerst wichtig, dass jede freilaufende Katze einen gültigen und nachweisbaren Impfschutz hat (die jeweils letzte Impfung muss mindestens 4 Wochen zurückliegen und darf nicht länger als ein Jahr her sein; die Erstimpfung ist mit 12 Wochen möglich). Auch im Zusammenhang mit der Tollwut-Impfung gab es Verdachtsfälle bezüglich einer Fibrosarkombildung, aber bitte gehen Sie nicht das Risiko ein, eine freilaufende Katze der Gefahr einer Tollwutinfektion bzw. einer Euthanasie durch die Behörden auszusetzen!


FIP (Feline Infektiöse Peritonitis)

Bei der Felinen Infektiösen Peritonitis handelt es sich um eine besonders heimtückische Viruserkrankung. Ausgelöst wird sie durch eine mutierte Form des Corona-Virus, und - einmal ausgebrochen - führt die Erkrankung immer zum Tod. Bei der FIP unterscheidet man die "feuchte" und die "trockene" Verlaufsform. Erstere ist für den Tierarzt einfacher zu diagnostizieren aufgrund der vorhandenen Bauchwassersucht (Aszites), die der FIP-Katze ihr typisches Aussehen gibt: Sie ist abgemagert, hat jedoch einen runden, ballonartigen Kugelbauch. Es kann auch zu Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge kommen und zu Entzündungen der inneren Bauchorgane. An FIP erkrankte Katzen leiden häufig an Gelbsucht. Bei der trockenen Verlaufsform fehlt der mit Flüssigkeit gefüllte Bauch, somit ist hier eine Diagnose weitaus schwieriger zu treffen. Überhaupt gibt nur eine Autopsie eine 100%ige Aussage über eine FIP-Erkrankung, da es keine hundertprozentig zuverlässigen Tests gibt.

Eine Blutuntersuchung kann lediglich eine Infektion mit einem Corona-Virus nachweisen; wobei die Höhe des Titers als Anhaltspunkt gesehen wird, ob eine FIP vorliegen könnte. Allerdings gilt dieser Test nicht als zuverlässig.

Corona-Virus-Infektionen kommen recht häufig bei Katzen vor, so können sie zum Beispiel bei Kitten Erkältungen oder Durchfall auslösen. In der Regel sind diese Infektionen harmlos und schaden dem Tier nicht; das Virus kann sich jedoch - obwohl sich infolge der Infektion Antikörper gebildet haben - nach Abklingen der Erkrankung im Darm einnisten und dort dauerhaft verbleiben.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann es nun vorkommen, dass dieses ungefährliche sogenannte feline enterale Corona-Virus (FECV) zu jener Form mutiert, die FIP auslösen kann: FIPV. Schätzungen zufolge erkranken ca. 5 - 10% der mit FECV infizierten Katzen später an FIP. Zu den mutationsfördernden Faktoren gehören Stress, ein geschwächtes Immunsystem (wie etwa durch Leukose, s. o.) und eine zu hohe Katzenpopulation auf engem Raum. Züchter haben aus diesem Grund häufig mit FIP zu kämpfen. Die Krankheit kann auf direktem Weg übertragen werden (über Ausscheidungen erkrankter Katzen; Katzenklos gelten hier als Hauptübertragungsquelle) oder eben durch spontane Mutation zum Ausbruch kommen. Das Virus überlebt außerhalb der Katze mehrere Wochen.

Es gibt einen Impfstoff gegen FIP, der in die Nase der Katze geträufelt wird, allerdings ist dieser sehr umstritten. Zunächst einmal geht man von einem ohnehin nur ca. 60%igen Impfschutz aus. Außerdem wurden in der Vergangenheit immer wieder Befürchtungen geäußert, dass der Impfstoff (eine gentechnisch erzeugte, thermolabile Form des Virusstammes) bei einer bereits latent vorhandenen Infektion mit FECV eine Mutation hin zum FIP-Virus auslösen könnte. Dies scheint zwar inzwischen widerlegt, problematisch ist jedoch, dass die Impfung erst erfolgen darf, wenn die Katze 16 Wochen alt ist, die meisten FECV-Infektionen jedoch bereits im Alter von 6 Wochen stattgefunden haben. Aus diesem Grunde sehe ich persönlich von einer FIP-Impfung für meine Katzen ab, jedoch sollten zum Beispiel Züchter auch hier das Risiko abwägen und sich ggf. beim Tierarzt beraten lassen.


FIV (Feline Immundefizienz, "Katzen-AIDS")

Neben der Leukose ist dies eine weitere Immunschwäche-Erkrankung, ähnlich der HIV-Erkrankung beim Menschen. Ausgelöst wird sie durch das Feline Immunschwäche-Virus, kurz FIV. Die Krankheitssymptome sind unspezifisch und denen der Leukose sehr ähnlich.

Eine Impfung gegen diese Erkrankung gibt es derzeit nicht, aber man kann einige Maßnahmen treffen, um seine Katze zu schützen: Übertragen wird FIV hauptsächlich durch Bisswunden, wie sie bei Revierkämpfen oder bei der Paarung vorkommen. Eine reine Wohnungshaltung ist also ein zuverlässiger Schutz gegen eine Infektion. Geht die Katze nach draußen, dämmt Kastration das Risiko zumindest teilweise ein, da es so zu weniger Beißereien unter den Tieren kommt (siehe auch Einmal Nachwuchs?).


Hier noch einmal zur Übersicht:

Katzenschnupfen erstmals mit 8 Wochen unbedingt impfen, auch Wohnungskatzen!
Katzenseuche erstmals mit 8 Wochen unbedingt impfen, auch Wohnungskatzen!
Leukose erstmals mit 8 Wochen ggf. impfen, Freigänger auf jeden Fall!
Tollwut erstmals mit 12 Wochen ggf. impfen, Freigänger auf jeden Fall!
FIP erstmals mit 16 Wochen Impfung umstritten, ggf. für Züchter ratsam!
FIV --- keine Impfung möglich!



Übrigens, wenn Sie eine Katze adoptieren möchten und bereits eine andere Katze in Ihrem Haushalt lebt, gehen Sie bitte sicher, dass die neue Katze tierärztlich untersucht und geimpft wurde. Ein kompletter Impfschutz bei der alteingessenen Katze gibt dieser zusätzlichen Schutz vor einer möglichen Ansteckung.