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Stubentiger oder Freigänger?

"Eine Katze gehört nach draußen, Wohnungshaltung ist Tierquälerei!" Diese Argumente hört man immer wieder, wenn es um die Frage geht, ob man einer Katze Freilauf gewähren soll, oder ob sie besser "nur drinnen" bleibt. Und den meisten Katzen macht es ja auch riesigen Spaß, durch Gärten, Wiesen und Felder zu streifen, zu jagen oder in der Sonne zu entspannen ...

Allerdings ist eine freilaufende Katze zahlreichen Risiken ausgesetzt, denn nur wenige wohnen so abgelegen, dass die Katze ihre Streifzüge gefahrlos genießen kann. Sobald eine etwas stärker befahrene Straße in der Nähe ist, wird jeder Freigang für die Katze zur tödlichen Gefahr. Und traurigerweise ist es tatsächlich so, daß die durchschnittliche Lebenserwartung eines Freigängers deutlich unter der einer Wohnungskatze liegt. Wohnungskatzen werden heutzutage 12 - 18 Jahre alt, einige sogar noch älter. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Freigängern wird mit 4 - 5 Jahren aufgeführt. Wildlebende Katzen ohne menschliche Fürsorge leben im Schnitt sogar nur 1 - 2 Jahre. Hier liegt die Ursache wohl in den häufig grassierenden Seuchen und in der hohen Kitten-Sterblichkeit.

Wenn Sie bislang der Meinung waren, reine Wohnungshaltung sei eine Quälerei für das Tier, dann führen Sie sich doch bitte mal die zahlreichen Gefahren vor Augen, die die Katzenfreiheit mit sich bringt:


Autounfälle

Die häufigste Todesursache bei freilaufenden Katzen. Wenn Sie in der Nähe einer stark befahrenen Straße wohnen, ist dieses Risiko besonders hoch. Bedenken Sie auch, dass Katzen sich mitunter auf ihren Streifzügen weit von zu Hause entfernen, besonders, wenn sie nicht kastriert sind. Deutschland ist ein sehr dicht besiedeltes Land, so dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass die Katze Straßen überqueren muss. Es ist auffallend, dass es meist relativ junge Katzen sind, die Autounfällen zum Opfer fallen. Es scheint, dass Katzen, die schon mehrere Jahre Freigangerfahrung haben, über mehr Lebenserfahrung verfügen und somit vorsichtiger sind.


Sonstige Unfälle

Neben Kraftfahrzeugen als Unfallursachen lauern noch weitere Gefahren auf Ihre freilaufende Samtpfote. Gefährlich kann es vor allem werden, wenn sich ein Swimmingpool in der Nähe befindet, und die Katze hineinfällt. Zwar können Katzen im Notfall schwimmen, jedoch finden sie am gekachelten Rand keinen Halt, um wieder hinauszuklettern. Aus diesem Grund ist schon so mancher Swimmingpool im Garten des Nachbarn zur tödlichen Falle geworden.

Eine weitere Gefahr besteht auch, wenn freilaufende Katzen Halsbänder tragen. Nicht selten kommt es vor, dass die Katze beim Herumschleichen im Unterholz an diesem Halsband hängen bleibt und sich selbst stranguliert. Wenn Sie möchten, dass Ihre Katze ein Halsband trägt, achten Sie bitte beim Kauf unbedingt darauf, dass es einen Sicherheitsverschluß besitzt, der sich auf Zug hin öffnet.


Vergiftungsgefahr

Die Gefahr von Vergiftungen ist für freilaufende Katzen immer gegeben! Es kann sich hierbei um Rattengift handeln oder um gezielt ausgelegte Giftköder durch Katzen- oder Hundehasser. Ebenso kann es auch vorkommen, dass die Katze eine vergiftete Maus verspeist. Große Gefahr geht auch von ausgelaufenem Frostschutzmittel aus, wie es sich manchmal in Garagen oder an Abstellplätzen für Autos befinden kann. Der süßliche Geschmack dieser tödlichen Substanz wird von der Katze offenbar als angenehm empfunden und daher gerne aufgeleckt. Nur wenige Milliliter hiervon können bereits tödlich sein. Deswegen ist beim Befüllen der Scheibenwischanlage des Autos stets große Vorsicht geboten. Neben Frostschutzmitteln ist auch jede weitere toxische Substanz, die auf irgendeine Weise in die Umwelt gelangt ist, potentiell gefährlich, da die Katze es von Pfoten und Fell aufschleckt, wenn sie damit in Berührung gekommen ist.

Vergiftungen verlaufen sehr häufig tödlich, zumal es bei freilaufenden Katzen meist sehr schwierig ist zu rekonstruieren, womit sich die Katze vergiftet hat.


Virusinfektionen

Dieses Thema ist schon unter Muss ich meine Katze impfen lassen? ausführlich besprochen worden. Durch die zahlreichen Kontaktmöglichkeiten mit anderen Katzen liegt die Gefahr der Ansteckung bei Freigängern natürlich deutlich höher als bei Wohnungskatzen. Von daher sind regelmäßige Impfungen gerade bei Katzen, die nach draußen gehen, ein absolutes Muss! Bedenken Sie aber bitte, dass es Infektionskrankheiten gibt, gegen die es noch keinen bzw. nur einen unzureichenden Impfstoff gibt und ihre Katze somit der Gefahr der Ansteckung mit einer solchen Krankheit ausgesetzt ist, sobald sie ins Freie geht.


Katzenhasser

Es gibt sie - leider!! Ich möchte jetzt an dieser Stelle gar nicht allzu sehr ins Detail gehen und mich darüber auslassen, zu welchen Greueltaten manche unserer Mitmenschen fähig sind. Was ich selbst schon gesehen oder was mir von anderen Katzenfreunden berichtet wurde, reicht mir voll und ganz, um sicher zu sein, dass ich meine eigenen Katzen niemals einer solchen Gefahr aussetzen möchte. Gezielt ausgelegte Giftköder, Nachbarn, die mit dem Schrotgewehr auf Katzen schießen ... man hört und liest diese Dinge immer wieder, und es gibt Menschen, die auf noch grausamere Methoden zurückgreifen, um Katzen zu quälen. Es ist traurig, aber die Gefahr, dass die Katze an so jemanden gerät, ist leider immer gegeben.


Hunde

Es gibt leider immer noch Hundehalter, die ihr Tier auf Katzen "abrichten" und ihnen beibringen, diese zu jagen und zu hetzen. Aber auch ohne menschliche Zutun kann es immer wieder zu Zwischenfällen mit Hunden kommen. Einige Hunderassen, vor allem solche, die auf Jagd spezialisiert sind, rennen instiktiv einer flüchtenden Katze hinterher, da sie diese als Beutetier betrachten. Wenn ein solcher Hund die Katze dann erwischt, kann es übel ausgehen. Verletzungen oder auch Tötung von Katzen durch Hunde kommen leider immer wieder mal vor.


Diebstahl

Auch das kommt immer wieder vor, aus den unterschiedlichsten Motiven! Der "harmloseste" Grund ist noch, dass jemand die Katze findet und glaubt, sie würde "niemandem gehören". Oder jemand findet sie einfach niedlich und nimmt sie mit, ohne daran zu denken, dass jemand sie vermissen könnte. Es gibt allerdings auch andere Motive! Zum Beispiel, dass Katzen aufgegriffen und an Versuchslabore verkauft werden. Oder dass Katzen - vor allem schwarze - für rituelle Tötungen verwendet werden.


Jäger

Streunende Katzen und Hunde dürfen von Jägern laut Jagdgesetz geschossen werden. Als "streunend" gilt eine Katze, wenn sie mehr als 300 Meter von der nächsten menschlichen Behausung entfernt ist. Wenn Sie also in der Nähe eines Jagdgebietes leben, ist es ratsam, die Katze zumindest während der Jagdsaison nicht nach draußen zu lassen. Auch Halsbänder bieten keinen zuverlässigen Schutz, da der Jäger dieses auf die Entfernung wahrscheinlich gar nicht erkennen wird. Über 350.000 Katzen fallen nach Schätzungen von Tierschutzorganisationen in Deutschland jährlich dem Jagdgewehr zum Opfer.


Fortlaufen

Manchmal geht eine Katze auch aus freien Stücken! Es kann vorkommen, dass sie vielleicht bereits auch an anderer Stelle in der Nachbarschaft gefüttert und umsorgt wird und dass sie sich mit den Menschen dort angefreundet hat. Kommt es dann beispielsweise in Ihrem Haushalt zu Veränderungen (neuer Artgenosse, neues Baby, neuer Partner), die Ihrer Katze missfallen, mag es vorkommen, dass sie sich entschließt, das Feld zu räumen. Oder Sie sind gerade umgezogen und die Katze macht sich auf, Ihr altes Revier zu suchen. Nach einem Umzug gilt die Regel, die Katze zunächst einige Wochen lang ausschließlich in der Wohnung zu halten, bis diese sich an die neue Umgebung gewöhnt hat. Gleiches gilt auch, wenn Sie eine Katze von jemand anderem aufnehmen.


Wenn Sie sich nun dennoch dafür entscheiden, dass Ihre Katze Freigang bekommen soll, dann denken Sie auf alle Fälle über die Möglichkeit des Chippens oder des Tätowierens nach. Das Tier erhält so eine individuelle Erkennungsnummer, mit der es bei Tasso e.V. und/oder dem Deutschen Haustierregister (jetzt FindeFix) registriert wird. Auf diese Weise kann es Ihnen eindeutig zugeordnet werden, sollte es einmal vermisst werden.




Die reine Wohnungshaltung als Alternative

Dem gefahrvollen Freigängerdasein steht das relativ sichere Leben einer Wohnungskatze gegenüber (lesen Sie auch Gefahren im Haushalt). Immer mehr Katzenfreunde entscheiden sich heute für diese Art der Haltung, um ihrer Katze ein längeres Leben zu ermöglichen. Dennoch sind einige Argumente der Wohnungshaltungsgegner nicht ganz von der Hand zu weisen: In der Tat ist das Leben "drinnen" wesentlich reizarmer als das im Freien, und es kann leichter zu Verhaltensstörungen aufgrund von Langeweile kommen. Auch entwickeln Wohnungskatzen meiner Erfahrung nach leichter irgendwelche Marotten und neigen eher zur Exzentrik. Es gilt also, einige Dinge zu beachten, bevor man sich zur reinen Wohnungshaltung entschließt.

Ganz wichtig: Die Katze benötigt eine katzengerechte Umgebung; d. h., sie benötigt ausreichend Rückzugsmöglichkeiten und Verstecke sowie mindestens einen großen stabilen Kratzbaum zum Krallenwetzen, Klettern und Spielen. Katzen, die ausschließlich in der Wohnung leben, bleiben ihr Leben lang Kinder - sie müssen ja nicht erwachsen werden! Aus diesem Grund muss Mensch der Katze viel Abwechslung bieten - öfter mal was neues zum Spielen (muss nichts teures sein; einfache Dinge wie ein leerer Pappkarton lösen meist viel mehr Begeisterung aus als ein High-Tech-Spielzeug aus der Zoohandlung) und vor allem ausgedehnte Spielstunden zwischen Katze und Mensch machen die Katze glücklich und vertreiben Langeweile! Und wenn Sie berufstätig sind und die Katze deswegen den ganzen Tag über alleine ist, ist vielleicht die Anschaffung eines Artgenossen eine ganz gute Idee!

Ideal wäre es, wenn man einer Wohnungskatze ein schönes Plätzchen auf dem Balkon bieten könnte. Dieser müsste allerdings durch ein Katzennetz gesichert sein, damit die Katze nicht herunter fällt. Ob ein solches Netz angebracht werden darf, müsste allerdings vorher mit dem Vermieter geklärt werden.

Immer wieder sieht man auch, dass Leute ihren Katzen einen gesicherten Freilauf im Garten bauen, der katzengerecht gestaltet wird. Mit etwas Phantasie und handwerklichem Geschick sind so schon wahre Katzenparadiese entstanden!

Bedenken Sie, dass Wohnungshaltung die Katze nicht nur vor vielen Gefahren bewahrt, sondern dass sie noch weitere Vorteile bietet: So vermeiden Sie von vornherein lästige Streitereien mit Nachbarn, die es vielleicht nicht gerne sähen, wenn das frisch bepflanzte Beet als Katzenklo herhalten muss. Auch halten Sie Ihre Katze davon ab, Singvögel zu reißen. Dies ist ein recht häufiger Streitpunkt zwischen Katzenhaltern und Vogelfreunden, dem man aus dem Weg gehen kann, wenn die Katze in der Wohnung bleibt.

Letzendlich muss ein jeder selbst die Entscheidung treffen, welche Art der Haltung er für seine Katze bevorzugt. Persönlich muss ich jedoch sagen, dass mir das Leben meiner Katzen zu wertvoll ist, um es durch Freigang leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Deswegen haben meine Katzen schon immer nur "drinnen" gelebt. Auch kenne ich einige Katzenhalter, die sich schließlich zur Wohnungshaltung entschlossen, nachdem sie eine oder mehrere Ihrer Katzen tot auf der Straße fanden. Und ich habe sogar schon von Katzen gehört, denen man die Möglichkeit des Freigangs bieten wollte, die sich aber freiwillig fürs Leben im Haus entschieden. Auch sowas gibt's!