Catmom.de

Verantwortungsvolles Zusammenleben mit Katzen

Startseite

Über menschlich/kätzisches Zusammenleben

Wirklich neun Leben?

Muss ich meine Katze impfen lassen?

Stubentiger oder Freigänger?

Gefahren im Haushalt

Katze = Einzelgänger?

Einmal Nachwuchs?

Unsauberkeit - nur Trotz?

Strafe muss sein?

Milch - DAS Getränk für Katzen?

Menschlich/kätzische Kommunikation

Aus Katzensicht

Impressum

Datenschutzerklärung
Katze = Einzelgänger?

Noch immer stehen Katzen in dem Ruf, Einzelgänger zu sein. Das Bild des einsamen Wanderers hat sich seit Jahrhunderten in den Köpfen der Menschen festgesetzt. Allerdings stimmt dieses Bild nicht so ganz. Zwar gibt es in der Tat Katzen, die die Gesellschaft eines Artgenossen nicht schätzen, und diesen sollte man dann nicht unbedingt eine Zweitkatze aufdrängen, aber in der Regel genießen Katzen feline Gesellschaft. Viele Katzen pflegen gerne soziale Kontakte, schließen enge Freundschaften mit Artgenossen und trauern sogar, wenn dem Weggefährten etwas zustößt. Und dass Katzen sogar in der Lage sind, eine funktionierende soziale Hirarchie aufzubauen, beweisen die zahlreichen Kolonien wildlebender Katzen, die sich zusammengeschlossen haben, da ihnen die Gruppe Vorteile im Überlebenskampf bietet.


Eine oder mehrere?

Vor allem, wenn Sie sich zur reinen Wohnungshaltung entschlossen haben, ist es ratsam, über eine Zweitkatze nachzudenken, besonders dann, wenn Sie berufstätig sind. Katzen, die viel sich selbst überlassen sind, werden schnell desinteressiert und depressiv, und sie entwickeln Verhaltensstörungen. Langeweile kann Katzen schwer zu schaffen machen! Eine zweite Samtpfote kann hier schon deutlich mehr Abwechslung und Spannung ins Katzenleben bringen! Allerdings sei hierbei deutlich gesagt, dass eine Zweitkatze nicht bedeutet, dass Mensch nun völlig auf die Bespaßung seiner samtpfötigen Mitbewohner verzichten kann! Auch, wenn sich die Katzen während der Arbeitszeit ihres Zweibeiners Gesellschaft leisten, so freuen sie sich sicherlich dennoch über Spielstunden und Kuscheleinheiten mit ihrem Menschen, wenn dieser schließlich Feierabend hat und nach Hause kommt.

Wenn man nun zwei oder mehrere Katzen zu sich holen möchte, muss natürlich gewährleistet sein, dass den Tieren genügend Raum und Rückzugsmöglichkeit zur Verfügung steht. Eine Faustregel lautet, dass man nicht mehr Katzen halten sollte, als man Zimmer hat. Selbst die geselligste Katze braucht nämlich auch ihre Auszeiten und muss die Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen. Selbstverständlich ist auch, dass jede Katze ihre eigene Futterschüssel und Trinkschale, Schlafplatz, sowie eine eigene Katzentoilette bekommt. Selbst wenn die Tiere diese Dinge abwechseln nutzen, ist es für die Katzenpsyche wichtig zu wissen, dass sie nicht teilen muss, wenn sie nicht will.


Also eine Zweitkatze ...

Der Idealfall wäre es, von Anfang an zwei Katzen aufzunehmen, am besten Wurfgeschwister. Hierbei liegt die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass die Tiere auch im Erwachsenenalter noch gute Freunde bleiben. Aber auch zwei fremde Katzen aneinander zu gewöhnen klappt meist ganz gut, selbst wenn die Erstkatze schon eine Weile alleine war. Allerdings gibt es einige Dinge zu beachten, um das "Sich-Aneinander-Gewöhnen" zu erleichtern.

Zunächst einmal muss man bei der Auswahl der Zweitkatze darauf achten, dass sie temperamentsmäßig und vor allem altersmäßig zur eigenen Katze passt. Ein paar Jahre Altersunterschied sind meiner Erfahrung nach noch ganz gut zu kompensieren, aber eine Seniorenkatze, die ihren friedlichen Lebensabend genießen möchte, ist über ein quirliges Kitten wahrscheinlich nicht sonderlich erfreut. Auch sollte man nicht unbedingt eine ängstliche und verunsicherte Katze mit einem Draufgänger zusammen setzen. Wenn die Erstkatze selbst auch noch relativ jung ist, ist es wahrscheinlich am einfachsten, wenn es sich bei dem Neuzugang um ein Kitten handelt. Faustregeln gibt es hier allerdings nicht; jedes Tier hat seinen eigenen Charakter, und das wichtigste ist einfach, dass die Chemie stimmt! Dabei kommt es immer wieder zu Überraschungen: Manchmal zerbricht man sich vorher ewig den Kopf und macht sich Gedanken, welche Katzen sich am besten verstehen könnten, und dann klappt es am Ende überhaupt nicht. Umgekehrt verstehen sich manchmal Katzen gut, von denen man es vorher nie vermutet hätte!

Selbstverständlich sollte auch sein, dass die neue Katze geimpft ist und auch zunächst einmal tierärztlich untersucht wird, und zwar bevor sie mit nach Hause genommen wird. Sie wollen ja schließlich Ihre Erstkatze nicht gefährden, indem Sie Krankheiten oder Parasiten einschleppen!


Die neue Katze zieht ein ...

Es ist also soweit und Sie haben eine Katze gefunden, von der Sie glauben, dass sie gut zu ihrem "alteingesessenen" Liebling passt. Nun muss man bedenken, dass das Einführen des Neulings prägend für die ganze spätere Beziehung zwischen den Katzen sein kann. Grundsätzlich falsch ist es, der Erstkatze den Neuzugang direkt vor die Nase zu halten, so nach dem Motto "Schau, was ich hier für dich habe!". Auf diese Art und Weise ist eine Abwehrreaktion geradezu vorprogrammiert. Sie müssen wesentlich subtiler vorgehen! Wenn die räumliche Möglichkeit besteht, sollte die neue Katze zunächst einige Tage in einem von der anderen Katze abgegrenzten Teil der Wohnung gehalten werden. Bevor die Katzen einander vorgestellt werden, sollte man ihnen Gegenstände zeigen, die mit dem Geruch der jeweils anderen behaftet sind. Auf diese Weise können sie sich schon mal "kennenlernen".

Wenn Sie schließlich den Versuch wagen, die beiden Katzen miteinander bekannt zu machen, werden Sie bitte nicht panisch, wenn diese sich trotz aller Bemühungen erst mal angiften! Knurren und Fauchen, oder auch gelegentliches Pfoten kann am Anfang durchaus vorkommen. Dies ist ein völlig normales Verhalten, mit dem die Katzen ihre Rangfolge festlegen. Ganz wichtig ist es, sich als Mensch aus diesen Zwistigkeiten herauszuhalten. Auf keinen Fall darf Partei ergriffen oder mit einer der Katzen geschimpft werden! Nur wenn ernsthafte Verletzungsgefahr besteht, sollten Sie eingreifen. Ansonsten überlassen Sie es ruhig Ihren Katzen, diese Angelegenheit zu regeln. Sind die Hirarchiestreitigkeiten geklärt, bestehen gute Chancen, dass die Katzen Freunde werden.

Selbstverständlich sollte auch sein, dass keine der Katzen vorgezogen wird. Allerdings neigt man häufig dazu, zumindest in der ersten Zeit dem Neuzugang weitaus mehr Aufmerksamkeit zu schenken als der Erstkatze. Dies sollte man jedoch tunlichst vermeiden, schließlich wollen Sie ja keine Eifersüchteleien provozieren. Der alteingesessenen Katze sollten weiterhin ihre angestammten Privilegien als erste Katze im Haus zugestanden werden; d. h. sie bekommt weiterhin als erste ihr Futter usw. Solche Dinge sind für Katzen wichtig. Die Zweitkatze wird es eher akzeptieren, bei diesen Dingen "hintenanzustehen" als die erste Katze, die sich plötzlich hinter dem Neuzugang zurückgesetzt sieht.

Selbst wenn Ihre Katzen nicht die allerdicksten Freunde werden sollten, kann zumindest eine mehr oder weniger friedliche Koexistenz entstehen, in der sich die Tiere nicht unwohl fühlen. Dennoch sollte man wissen, dass es trotz aller Bemühungen von menschlicher Seite aus vorkommen kann, dass sich zwei Katzen einfach nicht verstehen und mit ausgesprochener Aggression gegeneinander vorgehen. Manchmal gibt es dann leider keine andere Möglichkeit mehr, als für eines der Tiere ein neues Zuhause zu suchen. Unfair wäre es aber in so einem Fall, sich von der Erstkatze zu trennen, denn dies wäre für sie äußerst traumatisierend. In den meisten Fällen jedoch werden die Katzen die Gesellschaft des anderen schätzen und sich über einen Artgenossen im Haus freuen.