Oh du fröhliche Weihnachtszeit?
Jetzt ist es bald wieder soweit: Das Weihnachtsfest steht vor der Tür. Für viele ist es die schönste Zeit des Jahres, man freut sich auf gemütliches Beisammensein mit weihnachtlichen Leckereien und Kerzenschein, die Wohnungen werden festlich geschmückt, Geschenke verpackt und der Tannenbaum aufgestellt ... für den Menschen immer wieder eine Zeit der Freude!

Aber gerade die Weihnachtszeit birgt auch vielerlei Gefahren für unsere samtpfötigen Freunde, und so sollte man besser einige Punkte beachten, damit die Vorfreude aufs Fest nicht durch einen tragischen Unfall überschattet wird! Im Großen und Ganzen sind die Gefahrenquellen schon im Kapitel "Gefahren im Haushalt" ausführlich beschrieben, doch möchte ich sie in Bezug auf das Weihnachtsfest noch einmal gesondert hervorheben:


Kerzen, offenes Feuer

Kerzen sind eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle. Neugierige Katzen schnuppern daran und können sich Verbrennungen zufügen. Aus diesem Grund sollte man Kerzen niemals unbeaufsichtigt brennen lassen.


Duftöle, Duftlampen

Gerade zur Weihnachtszeit sind Duftlampen, die mit weihnachtlich duftenden Ölen befüllt werden, sehr beliebt. Aber auch hier lauern Gefahren für die Katze. Ätherische Öle können bei Katzen allergische Reaktionen bis hin zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock verursachen. Wenn Sie merken, dass Ihre Katze empfindlich auf diese Öle reagiert, verzichten Sie lieber darauf. Auch sollten die Duftlampen stets so aufbewahrt werden, dass die Katze sie nicht erreichen kann. Denn selbst wenn keine allergische Reaktion vorliegt, kann es zu Vergiftungen kommen, wenn eine neugierige Katze am Öl leckt.


Weihnachtsstern etc.

Der in dieser Jahreszeit sehr beliebte Weihnachtsstern kann (wie viele andere Zimmerpflanzen auch) bei Katzen zu ernsthaften Vergiftungen führen, sollte die Katze daran knabbern. Deswegen sollte er unbedingt außer Reichweite der Katze stehen!


Weihnachtsbaum

Ein Weihnachtsbaum stellt für viele Katzen eine große Verlockung dar und lädt zum Klettern ein. Leider birgt er gleich mehrere Gefahren:
Zum einen enthalten die Nadeln des Baums ätherische Öle, die für die Katze giftig sind. Auf keinen Fall sollte man sie daher am Baum knabbern lassen.
Christbaumschmuck ist meist unwiderstehlich für Katzen, kann aber ebenfalls gefährlich werden. Wenn er beim Herunterfallen zerbricht, kann es zu Schnittverletzungen kommen. Auch können Kleinteile (vor allem Bändchen!) leicht verschluckt werden. Deswegen lieber auf robusteren Baumschmuck zurückgreifen.
Eine große Gefahr stellen auch echte Wachskerzen dar. Selbst ohne Katzen oder Kinder kommt es dabei immer wieder zu Wohnungsbränden; sind jedoch Katzen im Haus, sind elektrische Lichterketten ein Muss!
Sollte die Katze doch einmal im Baum klettern, so kann dieser leicht umfallen. Deswegen sollte der Baum auf jeden Fall gesichert, z. B. angebunden werden, damit einem dieses Malheur nicht das Weihnachtsfest ruiniert.
Insgesamt gilt, dass Katzen besser nicht unbeaufsichtigt mit dem Weihnachtsbaum in einem Zimmer bleiben.


Geschenkband, Schleifen

Immer wieder kommt es zu Unfällen mit Geschenkband, welches auf manche Katzen anscheinend eine unwiderstehliche Anziehungskraft ausübt. Die Katzen kauen nicht nur darauf herum, sondern verschlucken es, was zu schweren inneren Verletzungen und Darmverschluß führen kann. In so einem Fall kann nur eine sofortige Operation das Leben retten.

Also: Soviel Spaß das Geschenkeauspacken am Heiligen Abend auch macht, bitte lassen Sie die Geschenkbänder und Schleifen nach dem Öffnen nicht unbeaufsichtigt herumliegen! Sollte die Katze anfangen, Blut zu erbrechen oder auszuscheiden, ist die Möglichkeit einer inneren Verletzung durch die scharfkantigen Geschenkbänder umgehend in Betracht zu ziehen und ein Tierarzt aufzusuchen! Am besten, man sucht sich bereits vor dem Fest die Nummer des Tierarztes heraus, der über Weihnachten Notdienst hat. So braucht man im Ernstfall nicht lange zu suchen.


Lametta, Rauschgold

Hier verhält es sich ähnlich wie mit Geschenkband; es besteht die Gefahr, dass diese beliebten Christbaumdekorationen der Katze zum Verhängnis werden. Einmal verschluckt, können die scharfen Kanten zu inneren Verletzungen führen, ferner besteht die Gefahr eines Darmverschlusses. Darüber hinaus kann das Material giftige Substanzen enthalten; dies gilt vor allem für das traditionelle Stanniol-Lametta, welches Blei enthält. Ihrer Katze zuliebe sollten Sie auf diese Form der Dekoration verzichten!


Leckereien, Schokolade

Während der Weihnachtszeit wird man überall zum Naschen verführt. Auch manche Katze mag sich jetzt aufs Betteln verlegen, wenn leckere Kekse oder der Weihnachtsbraten auf dem Tisch stehen. Aber bleiben Sie standhaft! Gut gewürzter Gänsebraten oder zuckerhaltige Plätzchen sind nichts für Katzen. Insbesondere sei hier noch mal auf Schokolade hingewiesen, die den für Katzen gefährlichen Stoff Theobromin enthält, was u. U. sogar zum Tode führen kann. Also lieber ein paar geeignete Leckerlis aus der Zoohandlung bereit halten, damit auch Mieze während der Feiertage etwas verwöhnt wird!


Ich wünschen Ihnen und Ihrer Samtpfote eine besinnliche Adventszeit und ein schönes und gesundes Weihnachtsfest!