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Einmal Nachwuchs soll sie haben?

Kein Zweifel - Katzenkinder sind einfach SÜSS!! Weniges auf dieser Welt lässt einem das Herz höher schlagen als so ein kleiner, niedlicher Fellball, und es ist herzerwärmend, den Kleinen beim Spielen zuzusehen. Es ist schlicht und einfach ein wunderschönes Erlebnis, Katzenbabies um sich zu haben und sie aufwachsen zu sehen.

Aber was wird dann später aus ihnen? Was wird aus diesen kleinen Katzenkindern, wenn sie erwachsen sind? Eine Katzenmutter kann leicht vier, fünf oder sogar sechs Junge gebären, und leider kann fast niemand alle behalten. Was also passiert mit all diesen Katzen?


Risiken bei der Vermittlung

Einige von ihnen haben vielleicht Glück und werden in liebevolle Hände vermittelt. Viele jedoch ereilt ein schlimmes Schicksal. Vielleicht wurden sie über eine Anzeige abgegeben und gerieten so an jemanden, der es nicht so gut mit ihnen meinte; der sie schlecht behandelt oder quält oder sie gar für ein paar Euro an die Tierversuchsanstalt verkauft. Und die Kätzchen, die erst gar nicht vermittelt wurden, landen früher oder später im Tierheim, oder sie verwildern, vermehren sich unkontrolliert und sehen dem gefahrreichen und leidvollen Leben eines Streuners entgegen, und ebenso all ihre Nachkommen. Tierheime werden Sommer für Sommer überschwemmt mit Jungkatzen und trächtigen Kätzinnen, und die wenigsten dieser Tiere haben das Glück, doch noch adoptiert zu werden und ein Zuhause zu finden.


Romantische Illusionen

Viele Leute glauben, dass eine Katze auch auf der Straße überleben kann und diese Freiheit sogar genießt. Die Vorstellung, dass diese Tiere ein glückliches und artgerechtes Leben in Freiheit führen, ist jedoch grundfalsch! Katzen sind seit tausenden von Jahren Haustiere und haben seitdem im menschlichen Umfeld gelebt. Sie sind keine Tiere der Wildnis. Selbst wenn Sie nicht im Haus gehalten wurden, fanden sie in der Nähe des Menschen Nahrung und Schutz - z. B. auf Bauernhöfen oder in einem Getreidelager. Unsere urbanisierte Umwelt bietet den Tieren aber wenig Raum für ein solches Leben. Hunger und Krankheit sind an der Tagesordnung; und Seuchen breiten sich rapide aus. Diese werden auch für in menschlicher Obhut lebende Katzen zur Bedrohung, sofern diese nach draußen gehen.

Bitte bedenken Sie all dies, falls Sie mit dem Gedanken gespielt haben, das "Wunder Katzennachwuchs" einmal aus nächster Nähe mitzuerleben!!


Kastration nein Danke?

Wenn zu Ihrem Haushalt eine Kätzin gehört, die nach draußen geht, ist es dringend ratsam, sie kastrieren zu lassen. Oftmals hört man, eine Kätzin sollte wenigstens einmal in ihrem Leben "geworfen" haben. Auch das ist eine romantische Vorstellung, denn wie man inzwischen weiß, besteht keinerlei medizinische Notwendigkeit für eine einmal durchlaufene Trächtigkeit.

Kastration hat durchaus Vorteile für Ihre Katze, selbst wenn sie ausschließlich in der Wohnung gehalten wird: Sie ist nicht mehr dem "Zwang der Hormone" unterworfen, und sie kann nicht mehr an Gebärmutterkrebs erkranken. Es heißt sogar, dass durch eine Kastration vor der ersten Rolligkeit, also mit ca. fünf bis sechs Monaten, das Risiko, in späteren Jahren ein Mamma-Karzinom (Gesäugetumor) zu entwickeln, drastisch sinkt.

Gehört zu Ihrer Familie ein freilaufender Kater, ist das Thema Kastration ebenso ernst zu nehmen. Immerhin können Sie nicht kontrollieren, wessen Katze er "beglücken" wird, und wie deren Menschen auf den Nachwuchs reagieren werden. Vielleicht gehen diese Menschen anders mit der Situation um als Sie es tun würden und töten die Kätzchen gleich nach der Geburt. Oder sie landen im Tierheim oder verwildern. Wie auch immer, einen unkastrierten Kater auf Brautschau ziehen zu lassen, kann eine Menge Katzenleid nach sich ziehen. Bitte bedenken Sie das!

Nach der Kastration ist das Leben für einen Kater überdies viel gesünder und sicherer. Es entfallen die oftmals sehr ausgedehnten Wanderungen, und hierdurch verringert sich die Gefahr von Auto- und anderen Unfällen, die dem Tier auf einem solchen Trip drohen. Außerdem kommt es unter kastrierten Katern zu weniger Kämpfen mit Nebenbuhlern, bei denen sich der Kater Verletzungen zuziehen kann und sich auf diese Weise mit Krankheiten infizieren kann. Vor allem FIV und Tollwut können auf diesem Wege übertragen werden.

Auch die Fähigkeit, mit anderen Katzen zuhause auszukommen, wächst durch eine Kastration.

Insgesamt betrachtet ist es so, dass sich durch Geburtenkontrolle mittels Kastration eine weitere explosionsartige Vergrößerung der Katzenpopulation und somit viel Elend vermeiden ließe. Auch für ausschließlich in der Wohnung gehaltene Tiere empfiehlt sich die Kastration. Kätzinnen leiden unter dem Zustand der Rolligkeit; sie entwickeln u. U. eine Dauerrolligkeit sowie Verhaltensstörungen. Bei Katern wiederum vermindert die Kastration die Wahrscheinlichkeit drastisch, dass das Tier markiert. Oder, falls sie es doch noch tun, ist zumindest der Geruch für die menschliche Nase erträglicher.


Wer hilft?

Vielerorts gibt es inzwischen Vereine und Organisationen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, das Elend der Straßenkatzen einzudämmen, indem die Tiere kastriert werden und - wenn möglich - in Pflegestellen vermittelt werden. Stellvertretend für all diese Vereine möchte ich an dieser Stelle auf die Cat Care Tierhilfe Kassel e. V. hinweisen. Und denjenigen, die sich von den hier aufgeführten Argumenten noch immer nicht gänzlich haben überzeugen lassen, möchte ich empfehlen, sich in die Cat Care-Seite mal ein wenig zu vertiefen und auch die dort angebotene Broschüre "Frühkastration" downzuloaden. Bitte nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit dafür!